Feuerschutz gegen leichte Brände

Feuerschutz gegen leichte Brände – wir klären Sie auf.

In Werbeunterlagen wird vielfach mit folgenden Argumenten geworben:

•    Feuerschutz nach DIN 4102
•    Mit Feuerschutzisolierung nach DIN 4102
•    Feuerschutz nach VDMA 24992 und ähnlichem.

Wie muss man das verstehen?

Zum Jahresende 2003 wurden die bis dahin in den VDMA-Blättern angeführten Sicherheitsstufen A und B aus diesen Richtlinien des Fachverbandes entfernt und somit aus dem Verkehr gezogen.

In diesen nunmehr überholten VDMA-Blättern wurde im Hinblick auf die Sicherheitstufe “B“ von einem

Schutz gegen leichte Brände

gesprochen.

Eine weitergehende Erklärung gibt es dazu nicht.

Damit gibt es auch für die herstellende Industrie keine Orientierung, wie eine solche Forderung nun konstruktiv und isoliertechnisch umzusetzen ist.

Mit den oben zitierten Werbeaussagen bewegt sich der Anbieter am Rande des unlauteren Wettbewerbs, weil es nicht nur darauf ankommt, was der Anbieter damit meint, sondern es kommt vielmehr darauf an, was der Verbraucher darunter verstehen kann.

Und wie stellt sich das nun weiter dar?

Eine klare Aussage, was denn nun “Schutz gegen leichte Brände“ ist, kann hier nicht gefunden werden, weil es im Einzelfall wesentlich darauf ankommt, was da brennt und wie viel da brennt, wie lange es brennt und welche Temperaturen dabei entstehen.

Und dann kommt es vor allem noch darauf an, welche Schrankkonstruktion, welche konstruktiven Details, welche Isolierstoffe, Verriegelungen und Dichtungen als Schutz- maßnahme eingesetzt werden.

Diese Situation lässt zuviel Spielraum und weil es heute so ist, dass alles möglichst noch billiger sein soll als gestern, finden sich im Markt in dieser Produktgruppe auch fragwürdige Konstruktionen, die für eine Abwehr von Zimmer- und Bürobränden nicht geeignet sind.

Feuersicherheit nach DIN 4102

Hier wird eine bekannte Norm für den Baustoffsektor zitiert, wobei das Informationsdefizit des Verbrauchers so genutzt wird, dass dieser ohne weitere Erklärungen an eine hohe Feuerschutzwirkung des angebotenen Systems glauben kann.

Isolierstoffe, die in dieser Norm aufgeführt sind oder nach dieser Norm geprüft wurden, sind nicht ohne weiteres für den Einbau in Tresore, die als Schutzmaßnahme gegen Brände eingeplant werden, geeignet.

Mineralfasermatten sind im Niedrigtemperaturbereich in der Bautechnik als Wärmedämmstoff einsetzbar. Komplexe Konstruktionen aber, Feuerschutzschränke, die geeignet sein sollen, den eingelagerten Inhalt über mehrere Stunden gegen hohe Temperaturbelastungen wirkungsvoll zu schützen kommen damit nicht aus.

Die meisten Mineralfasermatten schmelzen schon nach wenigen Minuten bei Temperaturen von wenigen hundert Graden zu “Klumpen“ zusammen und hinterlassen dabei entsprechende Hohlräume in den Schrankwandungen, so dass von einer Feuerschutzwirkung nicht die Rede sein kann.

Ein weiterer Schwachpunkt bei solchen Stahlschränken ist der Stahlschrank selbst, da Stahlblech ein exzellenter Wärmeleiter ist und sich einfache Stahlschrankkonstruktionen bei Hitzeeinwirkung leicht verformen.

Eine Überhitzung des Innenraumes schon nach wenigen Minuten weit über den Flammpunkt von Papier ist die zwangsläufige Folge, wenn wirkungsvolle Konstruktionselemente fehlen.

Ein Tresor bietet also nicht schon deshalb einen ausreichenden Feuerschutz, weil seine Außenhaut aus Stahlblech besteht, also nicht entflammbar ist, sondern dazu sind weitere qualifizierte konstruktive Maßnahmen notwendig.
Wichtiger Hinweis:
Wir empfehlen Ihnen dringend, auch solche Werbeaussagen wie zum Beispiel:

– feuerhemmend                          –  feuerfest
– feuersicher                                –  feuergeschützt

zu hinterfragen.

Lassen Sie sich die vorgetragene Feuerschutzwirkung eines Tresors beweisen, mit einer Feuerwiderstandsprüfung oder mit sachgerechten, nachvollziehbaren Fakten.